Abendspaziergänge
Historische Freiräume als Teil der wertvollen Siedlungslandschaft in und um den Flecken
Schwyz
Freiräume prägen die Siedlungslandschaft im und um den Flecken Schwyz und tragen wesentlich zur Identität dieses wertvollen Ortsbildes bei. Im Gegensatz zum Normaltypus einer Stadt fehlt in Schwyz eine Befestigungsmauer. Schutz boten im 13. und 14. Jahrhundert die natürlichen Hindernisse oder die sogenannten Letzinen. In dieser Zeit entstanden auch erste Siedlungsstrukturen um eine frühmittelalterliche Pfarrkirche oder im Bereich des sogenannten Dorfbaches. Die Kirche wie auch die wirtschaftlich genutzten Wasserläufe galten als siedlungsbestimmende Elemente. Nach dem grossen Brand von 1642 entstand ein punktuell angelegtes, städtisch verdichtetes Baugefüge mit dem repräsentativen Hauptplatz im Zentrum. Einflussreiche Familien, die mit dem aufkommenden Militärunternehmertum reich wurden, bauten jedoch ihre herrschaftlichen Bauten nicht am Hauptplatz, sondern ausserhalb des Siedlungskerns. So reihen sich die sogenannten Herrenhäuser als eigenständige Hofstätten mit Wohnhaus, Pächterhaus, Stallungen, Weidland und umgebender Mauer rund um den Flecken. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts bewahrte Schwyz den Charakter einer gartenstadtähnlichen, locker bebauten Siedlung.
Der abendliche Spaziergang führt über die Wiesen oberhalb der Ital Reding-Hofstatt an mehreren herrschaftlichen Herrenhäusern vorbei direkt ins Dorfbachquartier, wo die mittelalterlichen Siedlungsstrukturen entlang des Dorfbaches noch sichtbar sind. Dem Dorfbach folgend geht es via Strehlgasse weiter zum barock angelegten Hauptplatz und endet schlussendlich in der Ital Reding- Hofstatt.
Bildlegende: Vogelschau von Schwyz, gezeichnet von Kommissar Joseph Thomas Fassbind um 1800. Staatsarchiv Schwyz
